Mit zahlreichen Veranstaltungen und Kunstaktionen als Zeichen für Vielfalt und Miteinander fand vom 21.09. bis 08.11.2025 in Halle als Reaktion auf die rechte Buchmesse "Seitenwechsel" das wir-festival statt.

Am 8. November waren wir einer Einladung des Magdeburger Literaturhauses gefolgt. In Kooperation mit dem Bündnis Halle gegen Rechts wurde an die Bücherverbrennungen durch Nationalsozialisten im Jahre 1933 erinnert.  Auf einem Rundgang entlang der Ausstellung Verbrannte Orte wurden Texte von Autor*innen vorgelesen, deren Werke 1933 ins Feuer geworfen worden waren. Gegen das Vergessen. Für das Erinnern. Vorgetragen wurde aus Werken von Erich Kästner, Anna Seghers ("Das siebte Kreuz"), Klaus Mann ("Der fromme Tanz"), Kurt Tucholsky ("Vor und nach den Wahlen"), Karl von Ossietzky, Alex Wedding ("Ede und Unku"), Johannes R. Becher, Bertold Brecht ("Parade des alten Neuen"), Ruth Rewald ("Müllerstraße - Jungs von heute"), Irmgard Keun ("Das kunstseidene Mädchen").

Nicht alle dieser Autor*innen konnten nach der Bücherverbrennung weiterarbeiten. Umso wichtiger ist es, an sie und ihre Werke zu erinnern. Den Abschluss des Lesespaziergangs bildete ein Auszug aus dem Nachwort von Volker Weidermanns "Das Buch der verbrannten Bücher": "...Und so hat die Bücherverbrennung für viele, viele Autoren genau das bewirkt, was die Brandstifter von damals bewirken wollten: das Vergessen für immer...".

Wir wollen nicht vergessen. Zumal es erschreckend ist, wie aktuell die vor fast 100 Jahren niedergeschriebenen Eindrücke heute wieder sind. Sie mahnen uns. Wir dürfen nicht vergessen!