Am 09.11.2024 hatten die AGSA-Geschäftsstelle und der CSD Magdeburg e.V. gemeinsam mit der Freiwilligenagentur Magdeburg e.V. zu einem Spaziergang auf den Pfaden der Ausstellung  „Nie vergessen grenzenlos – Mehrsprachiges Erinnern mit Stolpersteinen“ eingeladen. 86 Jahre zuvor, in der Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938, waren auch in Magdeburg jüdische Geschäfte und die Synagoge geplündert und in Brand gesetzt worden. Jüdische Bürger wurden misshandelt, verhaftet, in Konzentrationslager gebracht. Die fortwährende Diskriminierung deutscher Juden spitzte sich zu. Es war der Beginn ihrer systematischen Verfolgung.

Dass Antisemitismus in Deutschland längst nicht der Vergangenheit angehört, sondern wieder zunimmt, zeigen aktuelle Ereignisse. Die Stolpersteine leisten einen wichtigen Beitrag zu Einnerungskultur und mahnendem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Hinter jedem Stein steht ein Leben, ein Mensch - aus Magdeburg deportiert, in Lagern gequält, ermordet.

Sieben Magdeburger OMAS GEGEN RECHTS waren der Einladung zum Stolpersteinspaziergang gefolgt. Auf unserem Weg erfuhren wir in verschiedenen Sprachen - arabisch, deutsch, französisch, polnisch, spanisch, ukrainisch - Stationen aus dem Leben der Familien Lerner, Mannes, Jucker, von Waldemar Böhmel, Elsbeth Perlstein, Hulda Klara Zadeck und Hans Blumenthal sowie Jacques Decour.

Damit die Stolpersteine gut sichtbar bleiben und jeder Name wieder deutlich lesbar ist, wurden sie gereinigt. Zum Gedenken wurde jeweils eine Rose niedergelegt. In den folgenden Tagen lenkten so die Rosen noch einmal zusätzlich die Aufmerksamkeit auf die Stolpersteine und mahnten: Niemals wieder darf sich die Geschichte wiederholen!