Am 14. 06.2024 hatte die Stadt Magdeburg interessierte Bürger zum Mahnmal vor dem Gebäude Liebknechtstraße 66 zu einer Gedenkfeier eingeladen. Es wurde an die über 3.000 Frauen und 600 Männer erinnert, die vom 14. Juni 1944 bis zum April 1945 im KZ Polte-Werk unter unwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten.
Nach Gedenkworten der Oberbürgermeisterin und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt verlas Krzyzstof Blau, Integrations- und Migrationsbeauftragter der Stadt, einen Brief von Lev Raphael. Raphaels Mutter Helena Klaczko war im Alter von 26 Jahren im Magdeburger Frauen-KZ inhaftiert, konnte jedoch fliehen und in New York ein neues Leben beginnen.
Musikalisch wurde die Veranstaltung von Tabea Wollner begleitet. Bewegende Erinnerungen aus Tagebüchern von Inhaftierten, vorgetragen von Schauspielerin Bettina Schneider, ließen die Menschen in unseren Gedanken kurzzeitig wieder lebendig werden... und ein zweites Mal sterben.
Oberbürgermeisterin Simone Borris bekräftigte: „Der Nationalsozialismus in Deutschland muss für unsere Gesellschaft für immer eine Mahnung daran sein, dass sich solche Zeiten nicht wiederholen dürfen. 80 Jahre nach der Einrichtung des Frauen-KZs in Magdeburg dürfen wir das, was wir heute Geschichte nennen, nicht als etwas annehmen, das weit hinter uns liegt. Wir müssen uns bemühen, dass die Taten und Ideen der Nazis moralisch nicht verjähren. Das Gedenken an die Opfer des Holocaust bedeutet für mich daher auch die Pflege unserer freiheitlichen Demokratie.“
Die Sorge um unsere Demokratie, das ist auch unser gemeinsames Anliegen. So ist es selbstverständlich, dass wir OMAS der Einladung zur Gedenkfeier gefolgt waren.